Ursula H.
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Ich besuchte den Tierpark am 22.8.2024, weil ich aus Sicht einer angehenden Biologin diesen genauer anschauen wollte. Grundsätlich muss betont werden, dass nur die Freiheit artgerecht für ein nicht domestiziertes Tier ist. Im Tierpark Pamhagen musste ich teilweise Erschreckendes beobachten:
1. Waschbären: An der Informationstafel (auf deren Mängel wird später eingegangen) steht, dass Waschbären, wenn möglich ihr Fressen gerne waschen. Jedoch befindet sich im - auch viel zu kleinen, mit zu wenigen Stimulationen ausgestatteten Gehege - nur ein dreckiger, flacher Wasserbehälter, der nicht zum Waschen der Nahrung geeignet ist. Artgerecht ist etwas anderes.
2. Informationstafeln: Diese enthalten nicht nur weniger schlimme Formatierungsfehler, sondern auch Informationen/Begriffe, mit denen Laien nichts anfangen können (z.B. Wirbellose,...). Außerdem sind sie aus didaktischer Sicht nicht gut oder interssant aufgebaut, insofern sie Wissen nicht nachhaltig vermitteln, sondern ein paar trockene und für die meisten fade Infos beeinhalten. Wer, außer Biolog*innen interessiert sich genauer für die Stammlinie zB. (- wenn diese nur aufgelistet aber nicht erklärt oder demonstriert wird)? Wissen Kinder und Laien, was es bedeutet, dass die Erdmännchen in einem Matriachat leben? Leider wird nicht erklärt, wieso das interessant ist, und dass das im Tierreich nicht einmal so selten vorkommt. Schade.
3. Jungtiere: Weiters spannend wird auf den Informationstafeln auf Tragezeit, Jungtieranzahl sowie Lebensweise hingewiesen (solitär, in Gruppen, Matriachat,...). Da würde mich brennend interessieren, wieso keine Jungtiere (außer bei den Pferden und Wildschweinen) zu sehen sind und was mit den überschüssigen Jungtieren passiert?
4. Vögel: Am erschreckendsten an meinem Gang durch den Tierpark fand ich die Vogelgehege. Fotos dazu sind beigefügt. Die Gehege sind nicht nur VIEL zu klein, sodass die Vögel gerade einmal gleiten können, aber definitiv nicht fliegen können. Der Turmfalke hat mich besonders emotional mitgenommen. Dieser saß (sehr untypisch für einen Falken) einfach regelos am Boden des Geheges an das Gitter gedrückt. Er wirkte, als hätte er seine Federpflege vernachlässigt und wie in einer Starre. Dies sind alles völlig klar sichtbare Zeichen dafür, dass er zu wenig Stimualtion hat (z.B. seinem Jagdtrieb aus höchster Höhe!! und nicht in einem 3-4 m hohen Gehege) nicht nachgehen kann, ergo sehr unter der Gefangenschaft leidet. Auch bemitleidenswert war die Schneeeulen, die wie bekanntlich nachtaktiv ist, jedoch kaum Unterschlupf und Dunkelheit hatte um ihrem natürlichen Nachtaktivismus nachzugehen. Auch hier, sowie auch beim Uhu, sind die Gehege so klein, dass die Tiere nicht fliegen können.
5. Bär: Ein so großes Raubtier auch nur annährend artgerecht in Gefangenschaft halten zu können ist unmöglich. Der Tierpark Pamhagen schafft es, alle Erwartungen noch zu unterbieten. Einen Teil des Geheges ist bei den Fotos beigefügt. Auch, wenn der Bär neben dem Gehege auf den Fotos noch 2 Ausgänge zu weiteren Gehegen hat, ist dieses ausgetretene viel zu kleine Gehege eine Zumutung für ein Lebewesen, was sogar theoretisch in diesem Gebiet frei leben würde.
6. Nasenbären: Die 3 Nasenbären zeigten auch anormales Verhalten, welches typisch für Tiere in Gefangenschaft sind. Zwei der Nasenbären gingen fast wie im Wahn am Gehegerand auf und ab - der Weg war schon fest und eingetreten vom ständigen Gehen. Dies scheinte auch kein gemeinsames Verhalten zu sein, da jeder Nasenbär seine eigene Seite des Geheges auf- und ablief und auch keine Notiz von den Besucher*innen nahm. Hier kann man auch wunderbar beobachten, wei nutzlos die Informatinstafeln, auf denen steht, dass diese carnivor leben - also Fleisch fressen - denn überall um das Gehege verteilt, war der Futtermais, den man am Anfang des Parks kaufen kann. Man sieht - die Tafeln werden nicht gelsen und/oder die Begriffe nicht verstanden.
Fazit: Wer Tieren liebt, unterstüzt keine Tierparks/Zoos, sondern schaut lieber eine Dokumentation.